DProdLog

Der Mangel an Informationen über die tatsächliche Höhe der Leer- und Vollgutbestände in Behälternkreisläufen führt zu höheren Kosten und Lieferzeiten. Das Forschungsprojekt DProdLog setzt hier an und sorgt durch eine digitale Service-Plattform für eine Steigerung von Qualität und Umsatz.

Forschungsprojekt DProdLog – Neue digitale Service-Plattform für produktionsnahe logistische Dienstleistungen

Einfache Informationsservices auf Basis von beispielsweise Barcode- oder RFID-Etiketten, mit deren Hilfe Objekte in Wertschöpfungsketten verfolgt, überwacht und gesteuert werden können, existieren bereits seit längerem. Aufgrund der immer noch begrenzten Datenverfügbarkeit und der fehlenden datenbasierten Dienstleistungen sind Abbildungsqualität und Zusatznutzen für den Anwender allerdings beschränkt. So werden vorhandene Verbesserungspotenziale wie die Reduktion von Kosten und Lieferzeiten oder die Steigerung von Qualität und Umsatz nicht ausgeschöpft.

Digitales Behältermanagement für mehr Kundennutzen

Gerade in Behälterkreisläufen mangelt es oft an Informationen über die tatsächliche Höhe der Leer- und Vollgutbestände. Es fehlen automatische Prozesstrigger, positionsabhängige Dienste oder auch einfach nur für Prozessverbesserungen unabdingbare Kennzahlen. Die Folge: Es werden hohe Sicherheitsbestände aufgebaut, die Mitarbeiter arbeiten mit ungenauen Planungsdaten und viele Prozesse benötigen zusätzliches manuelles Handling.

Eine Plattform für digitale Services rund um »smarte Behälter«

Hier könnten also mit dem Sammeln und der Interpretation der richtigen Daten auf einfache Weise Dienstleistungen in Anspruch genommen werden, die den Unternehmen direkten Mehrwert bieten, beispielsweise indem sie ohne manuelles Zutun Auswertungen über den aktuellen Bestand oder den Zustand der Behälter zulassen oder rechtzeitig Aktionen im Nachfolgeprozess auslösen.

Um diese Services nach den konkreten Kundenbedarfen entwickeln zu können, fehlen aber in der Praxis oftmals nicht nur die richtigen Daten an den richtigen Stellen im Wertschöpfungsprozess, sondern auch die notwendige Infrastruktur und eine entsprechende Service-Plattform, in der diese Daten zusammengeführt und nutzergerecht aufbereitet werden, am besten eingebettet in ein passendes Geschäftsmodell.

 


Daten lösen Services aus

Das Forschungsvorhaben »DProdLog« setzt genau hier an: Ziel ist die Entwicklung einer modularen Serviceplattform für produktionslogistische Dienstleistungen rund um »smarte Behälter«. Ausgangspunkt sind Kleinladungsträger (KLT), die mit der s-net® Technologie ausgestattet werden und ein drahtloses Sensornetz bilden. Die smarten KLT als cyberphysisches System liefern die notwendigen Daten, um im nächsten Schritt Dienst- leistungen weiter zu automatisieren. Sie bilden damit die Grundlage für die Service-Plattform, mit deren Hilfe eine noch stärkere Informatisierung und Kundenorientierung in der Produktion bzw. in Wertschöpfungsketten vorangetrieben werden kann.

Demonstrator im Test- und Anwendungszentrum L.I.N.K.

Die Ergebnisse des Projekts, zu denen die smarten Behälter, eine Kommunikationsinfrastruktur, eine Datenbank und die Dienste der Serviceplattform zählen, werden gemeinsam von den Partnern im Test- und Anwendungszentrum L.I.N.K. installiert und demonstriert. Der Demonstrator soll aufzeigen, wie bisherige Entscheidungen, die im Dienstleistungsprozess heute noch von Menschen getroffen werden, zukünftig an den smarten Behälter delegiert werden.

Smarte KLT werden selbstständig Nachversorgungsprozesse triggern und positionsabhängig Informationen über ein dynamisches Dispaly visualisieren. Das Display informiert z. B. Mitarbeiter darüber, wann der nachbestellte volle Behälter eintrifft. Weiterhin werden die von den Behältern und Anwendern erfassten bzw. eingegebenen Daten im Sinne eines digitalen Gedächtnisses in der Cloud gesammelt und stehen dort für »Big Data Analysen« zur Verfügung. Die Behälter erkennen im Zusammenspiel mit der Service-Plattform potenzielle Engpässe in der Wertschöpfungskette. Folglich soll automatisiert die Behälterdisposition angepasst werden. Dadurch entfällt der manuelle Eingriff durch einen Mitarbeiter.

Gemäß der Aufgabe der Fraunhofer Gesellschaft sollen die Ergebnisse für weitere kleine und mittelständische Unternehmen Leitbildfunktion und Referenzcharakter haben. Für eine zusätzliche Verbreitung der Ergebnisse wird das im Rahmen des Programms »Bayern Digital« von der Bayerischen Staatsregierung geplante »Zentrum für die digitalisierte Produktion« sorgen. Auch hier steht der Mittelstand im Vordergrund. Unter der Führung des Fraunhofer IIS werden hier in den kommenden Jahren weitere wissenschaftliche Einrichtungen wie z.B. Fraunhofer ESK, TU München, Universität Bamberg, Hochschulen in Coburg, Regensburg und Amberg-Weiden sowie das Würzburger Zentrum für Telematik in enger Kooperation mit Industrieunternehmen Basistechnologien für cyberphysische Systeme sowie entsprechende Anwendungen und die dazugehörigen Geschäftsmodelle entwickeln und in die Praxis überführen.

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