Benchmarking im Patiententransport

Fraunhofer SCS präsentiert die Studie »Der schnellere Patient«

Mitarbeiter in einer Patiententransport-Abteilung legen jährlich eine Strecke zurück, die in etwa der Entfernung zwischen Berlin und Florenz und wieder zurück entspricht. Doch ist es gut oder schlecht, dass so viele Kilometer gelaufen werden? Und was sagt die Leistung der Patiententransport-Abteilung an sich über die Zusammenarbeit der Berufsgruppen? Gibt es Prozess-Lösungen, die zu besseren Ergebnissen führen? Und wie können diese Lösungen in der eigenen Klinik implementiert werden?

Die vorliegende Studie zeigt Antworten auf genau diese Fragen auf. Die Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services führt seit 2013 anonymisierte Leistungsvergleiche für Patiententransport-Prozesse in Kliniken im deutschsprachigen Raum durch. Ausgehend von Daten und Informationen aus 12 Groß- und Universitätskliniken beschreibt die Studie die Ist-Situation im Patiententransport und zeigt Benchmarks zu Produktivität, Qualität und Kosten auf.


Blick aus zwei Perspektiven

Interessant ist dabei die Zwei-Perspektiven-Betrachtung: Einerseits wird die Leistung der Patiententransport-Abteilung dargestellt, andererseits werden durch das Hinzuziehen aller am Patiententransport-Prozess beteiligten Mitarbeiter Aussagen zur Prozessleistung möglich. Der Vergleich der Leistung innerhalb der beiden Perspektiven erlaubt Rückschlüsse auf die effiziente Ausgestaltung von Kommunikation und Koordination im Patiententransport-Prozess. Weiterhin werden die Hauptursachen, die die Leistung beeinflussen, definiert und analysiert. Außerdem wird dargestellt, wie diese beeinflussenden Ursachen in »Best Practice«-Kliniken ausgestaltet sind.
Schwachstellen in den Bereichen Personal, Kommunikation und Patiententransport können so überwunden werden. Darüber hinaus wird abschließend erläutert wie sich Kliniken im Patiententransport zukunftssicher aufstellen sollten, um den neuen organisatorischen, personellen und technologischen Entwicklungen zu begegnen. Die Autoren geben Empfehlungen ab, welche Aspekte berücksichtigt werden sollten, z. B. das sogenannte »Job enrichment« und neue Arbeitszeitmodelle um das Berufsbild »Patiententransporteur« aufzuwerten und abwechslungsreicher zu gestalten