Newsletter Fraunhofer SCS - Ausgabe Februar 2014

Lean Management – Worthülse oder Erfolgskonzept

Neue Studie über Lean Management im Maschinenbau

Wie weit ist der Lean Management-Ansatz in der Maschinenbaubranche verbreitet und welche Potenziale ergeben sich für umsetzende Unternehmen? Lean Management ist in der produzierenden Wirtschaft schon seit Langem ein Thema und zählt zu einem der effizientesten Produktionssysteme überhaupt. Es wurde in den 50er Jahren aus einer Notlage heraus beim japanischen Automobilhersteller Toyota geboren und gilt als Weiterentwicklung von früheren Konzepten, wie z.B. dem Taylorismus und dem Produktionssystem von Ford.

Die Maxime des Lean Managements
Lean Management beruht nicht auf den Maximen einer möglichst feingliedrigen Arbeitsteilung und einer strikten funktionalen Trennung zur Fertigung standardisierter Produkte in großen Stückzahlen. Vielmehr stehen bei Lean Management drei wesentliche Faktoren im Vordergrund:

  • Teamarbeit
  • Prozesseffizienz durch Vermeiden von Verschwendung
  • Hohe Kundenorientierung

Lean Management – für alle gleichermaßen interessant?
Lean Management wird in der Maschinenbaubranche v. a. mit der Automobilindustrie in Verbindung gebracht. Scheinbar herrscht immer noch die Meinung, dass sich Lean Management nur für die Serienfertigung eignet. Dabei beschränkt es sich keineswegs auf die Massenfertigung der Automobilindustrie; vielmehr können auch Kleinserienoder Einzelfertiger von der Effizienzsteigerung durch Lean Management profitieren. Eine ganze Reihe der Konzepte lassen sich bei Werkstattfertigung ebenso umsetzen wie in streng getakteten Produktionslinien.

Umsetzung in der Praxis
Einige namhafte Maschinenbauer, wie z. B. Bosch, Trumpf oder Grob, setzen bereits heute Lean Management-Konzepte erfolgreich um; und das keinesfalls nur in der Automotive-Sparte oder im Seriengeschäft. Eingebettet in individualisierte Produktionssysteme, die oftmals an das Toyota Produktionssystem angelehnt sind, werden Werkzeuge des Lean Managements zur Anwendung gebracht.

Auffällig ist aber auch, dass die Umsetzung bei vielen Unternehmen noch nicht erfolgt oder bisher nicht nachhaltig gelungen ist. So mangelt es in vielen Unternehmen an der Einbettung einzelner Werkzeuge und Methoden in den Gesamtkontext des Lean Managements. Dies ist die Motivation für die vorliegende Studie, die den Stand der Umsetzung des Lean Managements im Maschinenbau untersucht und mögliche Lücken bei der Umsetzung aufzeigen soll. Dafür wurden in Deutschland ansässige Maschinenbauunternehmen zufällig ausgewählt und zum Umsetzungsstand von Lean Management in ihrem Unternehmen befragt. Über 100 Unternehmen nahmen an der Umfrage teil.

Aufgaben und Handlungsempfehlungen
Um interessierten Unternehmen ein realistisches Bild über die notwendigen Aufgaben zu vermitteln und zielgerichtet Handlungsempfehlungen ableiten zu können, wurde anhand der Studienergebnisse ein Phasenmodell für die Umsetzung von Lean Management erarbeitet. Dabei flossen auch praktische Erfahrungen aus aktuell laufenden Projekten des Fraunhofer IIS und der Fraunhofer-Arbeitsgruppe SCS mit ein. Die wesentlichen Erkenntnisse sind nun in der vorliegenden Studie zusammengefasst. Sie erscheint beim Fraunhofer Verlag und kann ab Mitte März 2014 unter verlag@fraunhofer.de bezogen werden.

Lean Management: Was ist das?

Lean Management ist ein in der Managementliteratur etablierter Ansatz, der bei gezielter Umsetzung eine gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Erfolge für Unternehmen verspricht. Zu den Kernelementen von Lean Management gehören die Vermeidung der drei Mu, Kaizen und eine uneingeschränkte Ausrichtung aller Prozesse auf den Kunden.

Dabei stehen die drei Mu für:

  • Muda (Verschwendung)
  • Muri (Überlastung) und
  • Mura (Unausgeglichenheit).

Kaizen bedeutet so viel wie »die Veränderung zum Guten« und beschreibt einen nie endenden Prozess der kontinuierlichen Verbesserung in allen Unternehmensbereichen.

Lean Management – Worthülse oder Erfolgskonzept

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