Newsletter Fraunhofer SCS - Ausgabe Februar 2014

Logistik in Zahlen

Wie wird die Beschäftigung in der Logistik messbar gemacht?

Die Logistik boomt - so wuchs diese Branche in den letzten Jahren weltweit doppelt so schnell wie das produzierende Gewerbe. Damit werden hier täglich neue Arbeitsplätze in nahezu allen Wirtschaftszweigen geschaffen: Im Jahr 2012 waren allein in Deutschland 2,4 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte direkt mit logistischen Kernaufgaben betreut, was einem Wachstum von rund 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die Methode der Fraunhofer SCS
Wie aber kommt Fraunhofer SCS zu diesen Zahlen? Um die Logistikbeschäftigung ganzheitlich messen zu können, müssen die Beschäftigten über alle Wirtschaftszweige hinweg erhoben werden. Da die direkt aus der Beschäftigungsstatistik abzuleitenden Zahlen nur einen Bruchteil der tatsächlichen Arbeitsleistung in der Logistik abbilden, sind hier alle in Frage kommenden Berufsgruppen im Einzelfall zu prüfen. Fraunhofer SCS hat bereits vor Jahren ein entsprechendes Vorgehensmodell entwickelt, das auf dem 3-Schichtenprinzip basiert. Dort werden in einem ersten Schritt die unterschiedlichen Beschäftigungsarten in drei Gruppen unterteilt, funktional zugeordnet und entsprechend vermessen:

  • Schicht I beinhaltet die direkte Logistikbeschäftigung,
  • Schicht II die Beschäftigung in Logistikservices und
  • Schicht III die indirekt logistikabhängige Beschäftigung

Nun hat die die Bundesagentur für Arbeit die Berufe der Schicht I neu klassifiziert, so dass eine Adaption der vorhandenen Methodik auf die neuen Berufsgruppen notwendig wurde. In Schicht I sind alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten enthalten, deren Kernaufgaben direkt mit Tätigkeiten im Bereich Transport, Lagerung und Umschlag von Gütern bzw. deren administrativer und organisatorischer
Abwicklung in Zusammenhang stehen.

Präzisere Messung möglich

In dieser Gruppe mussten nun alle Berufsgruppen erneut auf ihre Relevanz für die Logistik hin untersucht werden. Da Logistikberufe in der neuen Klassifikation detaillierter und feingliedriger berücksichtigt werden, kann die Logistikbeschäftigung in Deutschland nun noch präziser gemessen werden.

So wurden in der neuen Klassifikation verschiedene Berufsgruppen zusätzlich eingeführt, die Management- und Verwaltungstätigkeiten im Logistikbereich berücksichtigen. Diese Beschäftigten waren vorher in den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit nicht aufgeführt und mussten auf die operativ tätigen Logistikbeschäftigten aufgeschlagen werden. Die überarbeitete Methode führt hier nun zu einer valideren Datenbasis.

Demnächst mehr zum Thema:

  • Ab März erscheint eine Analyse der Logistikbeschäftigung
    in Berlin/Brandenburg
  • Ab Mai gibt es bei uns die neuen Zahlen zur Logistikbeschäftigung
    allgemein

  • Wollen Sie mehr über den Logistikmarkt erfahren?

Logistik mit Zahlen hinterlegt

Die methodische Auswertung zur Logistikbeschäftigung allgemein bildet nur einen Baustein der umfassenden Datenbankanalysen der Fraunhofer SCS, mit denen die Logistik mit konkreten Zahlen hinterlegt werden kann. Bei uns können Sie aber beispielsweise auch mehr über den Logistikmarkt, die transportierten Güter- und Warenströme oder die aktuellen Wachstumsraten von Logistikimmobilien erfahren.

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