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Lean Management in der Logistik

Lean: Ein Produktionskonzept wird aus der Not geboren

Das Konzept des Lean Managements ist ursprünglich aus einer Not heraus entstanden und lässt sich auf das Produktionssystem von Toyota zurückführen (TPS): So setzte Toyota nach dem zweiten Weltkrieg, entgegen der Massenproduktion westlicher Unternehmen, sukzessive auf die Optimierung der Produktionsprozesse bzw. der Material- und Informationsströme. Aufgrund finanzieller und räumlicher Engpässe für große Anlagen und Lagerflächen für Material und Komponenten war Toyota gezwungen, Abläufe in der Wertschöpfungskette zu synchronisieren und bezüglich ihrer Qualität, Durchlaufzeit und Ressourcen stetig zu kontrollieren. Zu dieser Zeit sprach jedoch noch niemand von »Lean Management«. Dieser Begriff entwickelte sich erst mit den veränderten Rahmenbedingungen auf den Märkten der Automobilindustrie und dem daraus gesteigertem Interesse an den Erfolgsprozessen von Toyota.
Längst beziehen sich diese sog. »schlanken« Prozesse nicht mehr nur auf die Automobilindustrie – auch die Logistikbranche beginnt nach und nach auf ein effektives Lean Management umzusatteln. Denn veränderte Kundenanforderungen, schwankende Märkte und ein steigender Kostendruck stellen Logistikunternehmen vor immer größere Herausforderungen.

Fraunhofer SCS goes Lean

Bereits im Jahr 2012 veröffentlichte die Fraunhofer SCS Analysen aus den Branchen Logistik und Maschinenbau zum Thema Lean Management. So wurde in der Studienreihe »Lean Management – Worthülse oder Erfolgskonzept« erarbeitet, dass beide Branchen zunächst auf die universal anwendbaren Methoden und Prinzipien des Lean Managements setzten, das Konzept jedoch nach und nach ihren eigenen Bedürfnissen anpassten. Desweiteren zeigte sich, dass die Logistik-Branche vor allem auf das Konzept »Just-in-time« fokussierte und dadurch andere entscheidende Lean-Methoden außer Acht ließ. Dieser Aspekt und die Tatsache, dass die Mitarbeiter in die neuen Prozesse eher ungenügend eingebunden wurden, bewog Fraunhofer SCS dazu, eine eigene ganzheitliche Schulungsreihe für Lean in der Logistik zu entwickeln.

Die Fraunhofer-Lean logistics Schulungsreihe: Jetzt neu mit weiterführender Kursstufe »Lean Principal«

Seit 2014 bietet Fraunhofer SCS in Kooperation mit trilogIQa – change to lean die mehrstufige Schulungsreihe »Lean Logistics« Fach- und Führungskräften aus den Bereichen Logistik und Supply Chain Management an. Lean Logistics ist ein wissenschaftlich fundiertes und praxisorientiertes Schulungsprogramm, das den Teilnehmern mit Hilfe von interaktiven Lern- und Planspielen zeigt, wie logistische Prozesse mit Hilfe der Wertstromanalyse aufgenommen, bewertet und damit schlanker gestaltet werden können – und das speziell für die Bedarfe der Logistik. Das Besondere daran ist, das Teile der Schulungen im realen Logistikumfeld von Praxispartnern vor Ort stattfinden, wodurch Erlerntes direkt im Logistikprozess erprobt werden kann. Auf vielfachen Wunsch der bisherigen Teilnehmer, bieten die Kooperationspartner ab 2018 eine vierte Kursstufe »Lean Principal« an. Hier lernen die Teilnehmer Probleme als Potenziale für Verbesserung zu verstehen: So wenden sie in logistischen Fallstudien aus der Praxis Methoden zur strukturierten Problemlösung an – beginnend bei der Identifikation von Ursachen über die Analyse von Sachlagen bis zur Erarbeitung konkreter Lösungen. Entscheidend hierfür ist die ganzheitliche Betrachtung im Sinne von Lean Management auf Basis von Wertströmen, Kennzahlen und motivierten Mitarbeitern.
Weitere Informationen zu unserem Kurskonzept und alle Schulungstermine finden Sie hier.

Was erfahrene Logistiker zu Lean Logistics meinen

Jens Zimmerningkat, Leiter Logistik bei Zeller+Gmelin GmbH & Co KG:

Was erhoffen Sie sich von der Umsetzung der Lean Management-Methoden und Prinzipien in Ihrem Unternehmen?

Ich erhoffe mir vor allem eine Effizienzsteigerung. Sichere und transparente Abläufe mit einer klaren Taktung der Prozessschritte mindern den Stress bei den Mitarbeitern im Lager und der Intralogistik und erzielen so eine niedrigere Krankenquote.  Für uns bedeutet das ganz konkret: Wir bauen das Knowhow bei den Mitarbeitern auf und setzen Shopfloor Management als unterstützendes Führungsinstrument ein. Dabei streben wir einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) an und wollen Methodiken wie »5S« etc. so einführen, dass es nachhaltige Wirkung erzeugt. Für 2019 planen wir als Schulungsthema für unsere Führungskräfte in der Logistik die »Wertstromanalysen«.

Worin liegen Ihrer Meinung nach die Besonderheiten der Umsetzung von Lean in der Logistik bzw. im Lager?

Es geht darum, die Mitarbeiter mitzunehmen, sie zu überzeugen und permanent die Themen im Blick zu behalten. Wir erreichen das innerhalb des Shopfloor Managements.

Was motiviert Sie persönlich zur Teilnahme an der Lean Logistics Schulungsreihe?

Den eigenen Methodenbaukasten mal wieder aktualisiert zu bekommen.

Was konnten Sie für Ihren Arbeitsalltag aus den Lean Schulungen bei uns mitnehmen? Und konnten Sie konkrete Dinge im Anschluss umsetzen?

Die Macht der Wertstromanalyse hat mich überzeugt. Wir werden das Thema großflächig im Rahmen des Projektes für die neue Werkstruktur in 2019 ausrollen.