Pick-by-Local-Light

Newsletter Fraunhofer SCS ─ Ausgabe Oktober 2015

Selbstorganisierte Funknetze in der Kommissionierung


Pick-by-Local-Light (PbLL) ist ein von der der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen AIF gefördertes Forschungsprojekt der Fraunhofer-Arbeitsgruppe SCS und des Lehrstuhls fml der TU München, das die Entwicklung eines sensornetzbasierten Kommissioniersystems zum Ziel hat.

Ausgangssituation

In der manuellen Kommissionierung ist Pick-by-Light (PbL) ein weit verbreitetes System zur Mitarbeiterunterstützung. LEDs an Entnahmefächern ermöglichen eine visuelle Führung des Kommissionierers, während Displays an den Fächern die zu entnehmende Menge anzeigen. Derzeitige PbL-Systeme werden in leitungsgebundene und drahtlose Systeme unterschieden, wobei erstere häufi ger eingesetzt werden. Leitungsgebundene Systeme sind über Kabel mit einer zentralen Steuerung und Stromversorgung verbunden und somit wartungsarm und zuverlässig. Diesen Vorteilen stehen jedoch eine geringe Flexibilität sowie ein hoher Installationsaufwand gegenüber. Änderungen von Regalfach- und Artikelzuordnungen sind nur unter hohem Aufwand durchführbar. Die über Funk gesteuerten drahtlosen Systeme sind zwar fl exibler, bringen aber regelmäßig hohe Mehraufwände von Batterieaustausch und Wartung mit sich, weshalb diese Systeme bisher nur in kleinen Lagern bzw. Lagerabschnitten eingesetzt werden.

Zielsetzung

Im Forschungsprojekt wird daher ein Kommissioniersystem auf Basis der s-net®-Technologie des Fraunhofer IIS für extrem energiesparende, drahtlose, sich selbstorganisierende Sensornetze entwickelt, welches die Vorteile bisheriger Pick-by-Light Systeme aufgreift und die Nachteile weitestgehend beseitigt. Die Fachanzeigen sollen an beliebigen Stellen platziert, hinzugefügt bzw. entfernt werden können. Dadurch wird der Installationsaufwand gesenkt und die Flexibilität und Skalierbarkeit erhöht. Die Sensorknoten-Technologie ermöglicht auch die Integration innovativer Zusatzfunktionen wie die Ortung und Koordination der Kommissionierer innerhalb des Lagers. Hierfür werden Mitarbeiter mit Wearable Devices in Form von Sensorknoten ausgestattet, wodurch eine effizientere Führung der Mitarbeiter zu den richtigen Lagerplätzen möglich ist. Eine verbesserte Energieeffizienz wird dadurch erreicht, dass die LED-Führung von Kommissionieren nur erfolgt, wenn sich dieser in unmittelbarer Nähe der Fachanzeige befindet.

Vorgehen und Umsetzungsstand

Die Umsetzung des Forschungsprojekts ist in drei Phasen unterteilt. Zunächst wurden in Phase eins bestehende PbL-Systeme und deren Einsatzbereiche bei Projektpartnern analysiert und dokumentiert. Darauf basierend wurden Anforderungen an Kommissioniersysteme abgeleitet und in Lastenhefte überführt. In der zweiten Phase wurden logistische und technische Konzepte für ein PbLL-System entwickelt und subsequent evaluiert. Zum RFID tomorrow Kongress 2015 am 28. und 29. September in Düsseldorf wurde nun die erste Version eines PbLL-Demonstrators vorgestellt, der in der dritten Projektphase unter Laborbedingungen getestet und schrittweise für die Praxis weiterentwickelt wird.

Projektpartner

ACD Elektronik GmbH, Bosch Siemens Hausgeräte BSH GmbH, CIM GmbH, Dr. Schaab + Partner GmbH, KBS Industrieelektronik GmbH, Kühne + Nagel AG & Co. KG, Nanotron Technologies GmbH, SAFELOG GmbH, Salt Solutions GmbH, Seuffer GmbH & Co. KG, SSI Schäfer Noell GmbH, trilogIQa, viastore systems GmbH, Vierling Produktions GmbH

AIF-Forschungsvorhaben 18139

Das IGF-Vorhaben 18139 N/2 der Forschungsvereinigung Bundesvereinigung Logistik e.V. - BVL, Schlachte 31, 28195 Bremen wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Gefördert durch

 

 

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