Newsletter Fraunhofer SCS ─ Ausgabe Dezember 2014

Kleiner, schneller, mehr

Wie sehen es die Experten? Wächst der E-Commerce, wachsen auch die Versandmengen an Privatkunden. Hohes Potenzial haben hier die Segmente Möbel und Freizeit, aber auch das DIY-Segment, der Gartenbedarf oder das HighTech-Segment. Aber: Die gemeinsame Abwicklung von Sendungen an Unternehmen und an Privatpersonen ist für die Dienstleister die große Herausforderung. Gerade im Stückgutmarkt, der durch niedrige Margen geprägt ist, können zusätzliche Aufwände für vermehrte Anfahrten und erhöhten Personalbedarf kaum getragen werden. Stellhebel für auskömmlichere Ertragssituationen ist dabei eine optimale Netzauslastung.

Wie der E-Commerce die Stückgut-Netze wandelt

 

Weihnachten kommt immer schneller als gedacht. Vielen hilft hier das Internet: Innerhalb kürzester Zeit wird das Bestellte direkt zu Hause abgeliefert und so liegen die Geschenke trotzdem rechtzeitig unterm Weihnachtsbaum, leuchtende Kinderaugen inklusive. Aber nicht nur zum Jahresende läuft das Online-Geschäft. Wie die aktuelle Studie der Fraunhofer SCS »TOP 100 der Logistik« zeigt, trieb der E-Commerce mit zweistelligen Umsatzsteigerungen auch im letzten Jahr das Wachstum der Branche voran.

Wachsender Markt

Auf den ersten Blick profitieren davon natürlich die Kurier-Express- Paket-Dienste (KEP), die die Endkonsumenten beliefern. Die Auswirkungen des E-Commerce-Wachstums sind aber längst nicht mehr nur auf die  KEP-Dienstleister beschränkt, denn wie bereits im letzten Newsletter im Beitrag über die aktuellen Ergebnisse der TOP 100 der Logistik erwähnt, befindet sich auch das Stückgut-Segment, also die Logistik von in der Regel größeren Einzelstücken, im (positiven) Wandel: Auch hier stiegen die Sendungsmengen an die Endkonsumenten, insbesondere im leichten Gewichtsbereich unter 100 kg. Konkret in Zahlen ausgedrückt heißt das, dass aktuell ca. 10 Prozent der Sendungen in den Stückgut-Netzwerken als Business-to-Consumer-Lieferungen (B2C) an die Endkunden gehen. Und bei ungebremstem E-Commerce Wachstum könnten zukünftig sogar bis zu 20 Prozent der Sendungen in den Stückgut-Netzen als B2C-Sendungen erfolgen.

Der Trend zu kleineren, aber dafür mehr Sendungen findet sich aber nicht nur bei den belieferten Endkonsumenten, sondern auch bei den belieferten Unternehmen, was dem angestammten Business-Konzept des Stückgut-Markts entspricht. Ergebnisse einer von Fraunhofer SCS in 2014 durchgeführten Kurzstudie lassen für die leichte Stückgut-Fracht ein weiteres Wachstum von 2 bis 5 Prozent annehmen.

»Unterstützende Trends und neue Chancen«

Chancen bietet hier die sogenannte »ugly freight«, also z.B. durch die Größe, die Form, das Gewicht oder das Material kompliziert zu transportierende Güter, die nicht in den automatischen Sortieranlagen der KEP-Dienstleister abgewickelt werden können. Sie sind prädestiniert für das Handling durch Stückgutdienstleister, die mit dem Transport solcher Güter Erfahrung und die notwendige Ausrüstung mitbringen. Auch durch den gerade bei sperrigen Gütern oft notwendigen 2-Mann-Service können die Stückgut-Dienstleister zukünftig immer mehr gegenüber den  KEP-Dienstleistern punkten und mehr Wachstum für sich generieren. Positiv wirkt sich zudem der Trend zur Bestandsreduzierung in den Lagern der Händler und Verkäufer aus, motiviert durch den wachsenden Wunsch nach schlankeren Prozessen und Beständen und den Möglichkeiten der Digitalisierung, dank derer sich die Bestell- und Nachbestellprozesse zunehmend vereinfachen lassen. Damit einher geht eine verstärkte Nachfrage nach individuelleren Sortimenten

Bedeutung für die Dienstleister

Für die Stückgut-Dienstleister sollte dieser Wandel hin zu kleineren, aber dafür mehr Sendungen insbesondere im Business-to-Business-Bereich grundsätzlich unproblematisch sein: Ihre oft in Kooperationen angelegten Netzwerke sind stabil und ausgereift, so dass – zumindest in Deutschland – die Lieferungen in der Regel bereits am nächsten Tag eintreffen. Die Schnelligkeit ist also durchaus vergleichbar mit der der KEP-Sendungen. Schwieriger wird für Stückgutnetzwerken dagegen die Belieferung der Endkunden. Privatkunden sind normalerweise erst nachmittags oder sogar abends anzutreffen, müssen deswegen zu anderen Zeiten und auch öfter angefahren werden. Gerade im Segment Möbel und Freizeit kann 2-Mann-Handling als Serviceattribut an Relevanz gewinnen.

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