UrbanSmartPark

Innerstädtisches Parken in smart: Neue Geschäftsmodelle und Services durch automatisierte Fahrzeuge

© Technische Universität Braunschweig

Die Nachfrage nach städtischer Mobilität steigt und damit auch der Bedarf an Parkplätzen. Die Herausforderungen für Städte liegen einerseits in vielen Staus und hohen Emissionen, andererseits nehmen Autos und vor allem die dazugehörige Infrastruktur viel Platz im öffentlichen Raum in Anspruch. Diese Herausforderungen sind durch herkömmliche Geschäftsmodelle – die klassische Parkraumbewirtschaftung, bei denen die Nutzer einfach für die Nutzungszeit eines Parkplatzes bezahlen, – nicht lösbar. Erste Weiterentwicklungen dieser Geschäftsmodelle sind nicht weitreichend genug, da sich diese vorrangig nur mit der Vorhersage freier Parkplätze und der Vereinfachung des Bezahlverfahrens befassen.

Smarte kundenzentrierte Parkdienstleistungen

Hier setzt das Forschungsprojekt »UrbanSmartPark« an. Es nimmt die Trends in den Blick, die sich im Mobilitätssektor abzeichnen: Fahrzeugautomatisierung, Elektrifizierung bzw. Elektromobilität und Nachfrage nach komfortabler Mobilität (einschließlich Carsharing). Daran anknüpfend, sollen kundenzentrierte parkplatzbezogene Dienstleistungen entwickelt und umgesetzt werden, die sowohl Fahrzeugnutzern, Stadtverwaltungen und Fahrzeuganbietern Mehrwerte bieten. Insbesondere die Fahrzeugautomatisierung bietet große Chancen für innovative Services und neue Geschäftsmodelle z. B. Lieferservice oder technische Wartung während des Parkens. Die entwickelten Lösungen werden im städtischen Raum erprobt, um auch eine möglichst große Akzeptanz dieser Lösungen zu erreichen. Gleichzeitig liegt der Fokus auf der Entwicklung von Diensten mit einem hohen Technology Readiness Level (TRL), um sie später mittels einer Serviceplattform nutzbar zu machen. Das Projekt wird von einem interdisziplinären Konsortium mit Partnern aus Industrie, Wissenschaft und Städten aus vier verschiedenen Ländern begleitet und hat zum Ziel, den Parkvorgang nachhaltig zu verändern.

Im Mittelpunkt von UrbanSmartPark (USP) steht die Entwicklung und Pilotvorführung automatisierter Fahrzeuge – diese vereinfachen das fahrerlose Parken in Innenstädten. Im Gegensatz zu den sonstigen aktuellen Forschungsprojekten, die im Off-Street-Bereich arbeiten, forscht USP zum automatisierten Fahren und autonomen Parken im Straßenbereich – mit der Vision, eine breite Palette parkplatzbezogener Dienstleistungen zu entwickeln. Dazu werden zwei Hauptziele definiert:

 

1: Entwicklung kundenorientierter Dienstleistungen und Geschäftsmodelle

 

Auf der Grundlage umfangreicher Marktanalysen und Kundenstudien, die auch kulturelle Besonderheiten berücksichtigen, werden kundenzentrierte Dienstleistungen entwickelt. Schwerpunkt sind Dienstleistungen, die durch Fahrzeugautomatisierung ermöglicht werden. Entsprechend dem Dienstleistungskonzept werden geeignete Geschäftsmodelle für die Kommerzialisierung marktreifer Dienstleistungen erarbeitet und umgesetzt. Alle Dienstleistungen werden über eine Serviceplattform zur Verfügung gestellt, die für weitere Dienstleister offen ist.

 

2: Implementierung und Pilotvorführung von automatisiertem Parken im Straßenbereich und darauf aufbauenden Dienstleistungen, die durch Automatisierung ermöglicht werden   

 

Die Demonstration des automatisierten Parkens im Straßenbereich sowie der dazugehörigen Dienstleistungen ist Teil des Projektplans, um die Bürgerinnen und Bürger mit den Technologien vertraut zu machen und so das Verständnis und die Akzeptanz dafür zu erhöhen. Darüber hinaus werden funktionale und rechtliche Anforderungen erarbeitet – eine wichtige Voraussetzung, um die Fahrzeugautomation kommerziell nutzbar zu machen. Parallel werden Verkehrssimulationen durchgeführt, um die langfristigen Auswirkungen auf den öffentlichen Raum und den Verkehrsfluss aufzuzeigen, die mit dem Einsatz der Fahrzeugautomation für Parkvorgänge prognostizierbar sind.

© Technische Universität Braunschweig

Die Inhalte werden innerhalb der folgenden vier Arbeitspakete sowie deren Abhängigkeiten untereinander entwickelt:

  • Definition von Use-Cases
  • Geschäftsmodelle und Dienstleistungen
  • Funktionale Entwicklung und Validierung
  • Test und Demonstration

Projektabschluss: Erfolgreiche Live-Vorführung in Hamburg

Im Dezember 2020 stellte das Konsortium von UrbanSmartPark seine Forschungsergebnisse an den Landungsbrücken in Hamburg der Öffentlichkeit vor.

Bürger*innen und Pressevertreter*innen waren eingeladen, im Testfahrzeug Platz zu nehmen und bei einer Demofahrt das automatisierte Parken im Straßenbereich selbst zu erleben. Die Veranstaltung erhielt sehr positives Feedback und viel Aufmerksamkeit sowohl von der lokalen Presse als auch von der Hamburger Bevölkerung. Das folgende Video gibt einen Eindruck von der Live-Demo und der Forschung im Projekt: 

© Institut für Fahrzeugtechnik / TU Braunschweig

Projektpartner

Industrie

  • ŠKODA AUTO
  • Siemens Industry Software and Services B.V.
  • Altran Technologie

Wissenschaft und Forschung

  • Technische Universität Braunschweig, NFF Niedersächsisches Forschungszentrum Fahrzeugtechnik: Automotive Research Centre Niedersachsen
  • Fraunhofer Institute for Integrated Circuits IIS; Fraunhofer Center for Applied Research on Supply Chain Services SCS
  • UTIA Institute of Information Theory and Automatio
  • ČVUT: Czech Technical University in Prague (CTU)

Städte

  • Hamburg
  • Helmond

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