Demokratisierung von KI mit verständlichem und einfach zugänglichem Machine Learning Operations (MLOps)

DeKIOps – Demokratisierung von KI mit verständlichem und einfach zugänglichem Machine Learning Operations
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Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens sollen Entwicklungsleitlinien für verständlich bedien- und wartbare ML-Systeme entwickelt werden, welche die operative Nutzung dieser ML-Systeme für Endanwender:innen ohne KI-Expertise ermöglichen. Dabei ist das übergeordnete Ziel dieses Forschungsvorhabens die Demokratisierung von ML-Systemen und der niederschwellige Zugang zu ML-Lösungen für Endanwendende, um dem Fachkräftemangel von ML-Expertinnen und -Experten entgegenzuwirken. Die Entwicklungsleitlinien werden auf Basis von technischen und menschlichen Anforderungen erforscht und generalisierbare Aspekte hierbei priorisiert. Basierend auf den Anforderungskategorien wird ein technisches Systemkonzept in Form eines generischen MLOps-Frameworks im Kontext der industriellen Fertigung geschaffen. Das entwickelte Framework wird auf Basis von zwei unterschiedlichen Anwendungsfällen aus der industriellen Fertigung in Form zweier Demonstratoren evaluiert. Bei erfolgreicher Evaluierung werden diese Leitlinien als auch das Systemkonzept über Publikation und Open Sourcing zur Verfügung gestellt.

Das übergeordnete Ziel des Projekts DeKIOps ist die Demokratisierung von ML-Systemen in industriellen Fertigungen mit qualitätskritischen Anforderungen, wie beispielsweise bei Zulieferteilen für die Automobilindustrie. Dafür werden zum einen allgemeine Leitlinien für die Zugänglichmachung von ML-Systemen für Domänenexpertinnen und -experten entwickelt, wobei die menschlichen Anforderungen an den Umgang mit ML-Systemen in Betrieb, Wartung und Instandhaltung (MLOps) und insbesondere die Übersetzung dieser in technische Maßnahmen untersucht werden. Zum anderen wird anschließend an der Umwandlung der ML-(Blackbox-) Ergebnisse in Formate, die von Endnutzenden, welche meist keinen ML-Hintergrund besitzen, leicht verstanden werden, gearbeitet. Die entwickelten Leitfäden werden zur Erstellung von Demonstratoren für zwei verschiedene Anwendungsfälle herangezogen:

  • Der erste Anwendungsfall betrachtet die bildgebende Qualitätssicherung: Der Fokus liegt auf der Untersuchung von Fehlstellen im Produkt, daher wird eine visuelle, automatisierte und KI-basierte Qualitätssicherung (Computer Vision) entwickelt.
  • Der zweite Fall betrachtet ebenfalls die Qualitätssicherung, allerdings mit Fokus auf damit verbundene notwendige prädiktive Instandhaltung

Die entwickelten Lösungen werden von den Endnutzenden der Anwendungspartner anhand verschiedener Metriken wie Benutzerfreundlichkeit, Verständlichkeit usw. bewertet.

Transparenz und Verständnis als Grundlage

Ein wichtiger Erfolgsfaktor bei der Operationalisierung von ML-Systemen ist die präzise Erfassung der Anforderungen und das Einbeziehen von vorhandenem Branchenwissen. Um dies für die Verwendung von ML-Systemen für Domänenexpert:innen im besonderen Maße zu gewährleisten, wird im Rahmen des Projektes die Identifikation von Anforderungen für die Nutzung von ML-Systemen im Betrieb innerhalb produzierender Unternehmen aus Sicht der Technologie sowie der Mensch-Maschine-Interaktion mittels einer systematischen Nutzungskontextanalyse als auch technischer Recherche sichergestellt. Dazu wurde bereits eine Interviewstudie durchgeführt, um das Verständnis und die Anforderungen der einzelnen Projektteilnehmer an ein MLOps-System zu erfassen.

Darauf basierend wird ein konsequent menschzentrierter Technik-Designprozess durchgeführt. Anschließend werden durch alle gewonnenen Erkenntnisse Leitlinien für die Entwicklung von MLOps-Systemen auf Basis menschlicher und technischer Anforderungen und des aktuellen Stands der Forschung entwickelt und am Ende des Projekts gemäß definierten Kriterien evaluiert.   

Von der konkreten Anwendung zu allgemeingültigen MLOps-Systemen

Um die MLOps-Systeme für die beiden betrachteten, unterschiedlichen Anwendungsfällen zu verallgemeinern, werden vor der Modellierung die Zielfunktion sowie eine geeignete Trainingsmethode, die von der Art und Menge der Daten abhängt, definiert. Anschließend werden die Ergebnisse der ML-Modelle in ein verständliches Format übertragen, so dass auch Endnutzende ohne Expertenwissen verwertbare Erkenntnisse erhalten und mit dem System gemäß ihren Anforderungen interagieren können.

Bei der Erstellung eines passenden MLOps-Systems ist folgendes Vorgehen sinnvoll: Zunächst werden existierende MLOps-(Teil-)Lösungen auf ihre Funktionalitäten unter Berücksichtigung der erstellten Anforderungen recherchiert und gegenübergestellt (Benchmark). Anschließend werden fehlende MLOps-Module definiert und implementiert. Diese werden in ein Gesamtsystem überführt und in die beiden MLOps-Demonstratoren integriert, welche wiederum seitens UI/UX-Expertinnen und -Experten in Studien mit Domänenexpertinnen und -experten evaluiert werden. 

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Mitschnitt der LIVE-Session mit dem Titel »KI in der Anwendung – mit MLOps ein Kinderspiel?«: Dr. Henning Frechen, Senior Engineer der Arbeitsgruppe für Supply Chain Services des Fraunhofer IIS und Markus Schatzl von senswork GmbH stellten das Projekt DeKiOps vor und erklärten wie sie die Demokratisierung von KI mit verständlichem und einfach zugänglichem Machine Learning Operations (MLOps) vorantreiben.

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