MobiDig – Mobilität Digital in Hochfranken

Mobilität durch Digitalisierung im ländlichen Raum

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Der ländliche Raum rückt immer mehr in den Fokus der Wissenschaft. Denn mit dem stetigen Kampf gegen die Abwanderung in Ballungsgebiete, dem demografischen Wandel und der zunehmenden Digitalisierung, ändern sich die Bedarfe der ländlichen Bevölkerung. Die Herausforderung besteht jetzt darin, diesem Wandel entgegenzuwirken und ländliche Regionen flächendeckend mobiler und somit wieder attraktiver zu gestalten – und das für Jung und Alt: Durch neue Technologien müssen bedarfsgerechte, individualisierte und kostengünstige Angebote geschaffen werden, die die Erreichbarkeit von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, den Zugang zu adäquater Pflege und medizinischer Versorgung sowie ein ausreichendes Einkaufs- und Freizeitangebot für die Erhaltung sozialer Kontakte gewährleisten.

»Mobilität Digital« macht Hochfranken mobil

Um das Forschungsziel zu erreichen, arbeitet die Fraunhofer-Arbeitsgruppe SCS gemeinsam mit der Hochschule Hof, der TU München, dem Landkreis Wunsiedel sowie dem Landkreis und der Stadt Hof seit August 2017 an gemeinsam im Projekt »MobiDig«.
Die Wissenschaftler und Partner greifen auf bereits verfügbare und sich derzeit rapide weiter entwickelnde Datenzugangs-,  und Datennutzungsmöglichkeiten, sowie auf neue Technologien zurück, die für die Verbesserung des Mobilitätsangebots  genutzt, weiterentwickelt, getestet und bewertet werden sollen.

Region Hochfranke als Modellregion

Die Region Hochfranken dient Ihnen dabei als Modellregion. Alle inhaltlichen Elemente des Forschungsprojektes werden schrittweise in der Modellregion bezüglich ihrer Praxistauglichkeit, Wirtschaftlichkeit sowie ihrer Übertragbarkeit auf andere, vergleichbare Regionen untersucht.

Als Herzstück des dreijährigen Forschungsprojektes wird eine integrierte Datenbasis (Data Lake) erstellt, die aus verschiedenen Datenquellen gespeist wird. Mithilfe der Daten werden Mobilitäts- und Bedarfsprognosen erarbeitet und Ideen entwickelt, um  neue innovative Ressourcen miteinzubeziehen. So sollen Sharing-Konzepte, Crowd Sourcing und Einsatzmöglichkeiten eines autonom fahrenden bedarfsgesteuerten Linienverkehrs in der Modellregion Hochfranken getestet werden.

Das Fraunhofer SCS hat im Bereich Mobilität und Tourenplanung bereits zahlreiche Projekte umgesetzt und verfügt über das Know-How, um sich das zunehmende Potenzial der Digitalisierung und den immer neuen Datensammlungen zu Nutze zu machen – beste Voraussetzungen also für ein neues, attraktives und innovatives Mobilitätskonzept im ländlichen Raum. So ist auch die Untersuchung, wie genaue und zuverlässige Prognosen mithilfe digitaler Datenressourcen erstellt werden können, ein weiterer Schwerpunkt der Arbeiten des Fraunhofer SCS. Damit hat das Projekt Potenzial, als Beispiel für neue Anwendungen der Digitalisierung zu dienen.

Aktiv im Projekt

Das Projekt »MobiDig« ist gleich in mehreren Arbeitsbereichen des Fraunhofer IIS verankert. So ist die Abteilung »Breitband und Rundfunk« für die Auswahl geeigneter Teststrecken im Hinblick auf eine Störungsfreie Kommunikation mit dem autonomen Fahrzeug zuständig. Außerdem wird hier entschieden, welche Kommunikationstechnologie und Sensorik im Fahrzeug für ein optimales Ergebnis verbaut werden muss.

Die Abteilung »Innovation and Transformation« der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS untersucht Möglichkeiten zur Verbesserung der Nahverkehrssituation durch die Integration von innovativen Konzepten der »Shared-Services«, des »Crowd-Sourcing« und des Nachfragemanagements in das Gesamtprojekt.

Die SCS-Abteilung »Analytics« schließlich wendet auf die gesammelten Daten des Data-Lakes zunächst Verfahren der künstlichen Intelligenz an, um genauere Prognosen für Transportbedarfe zu ermöglichen. Um eine möglichst vollständige und ressourcenschonende Deckung dieser Transportbedarfe zu erreichen kommen dann Methoden der Mathematischen Optimierung zum Einsatz. So soll eine deutliche Verbesserung der Nahverkehrsversorgung erreicht werden.

Unsere Projektpartner

Wissenschaftliche Partner des Projektes sind das Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof sowie der Lehrstuhl für Verkehrstechnik an der TU München. Eine Besonderheit dieses Projektes ist die aktive Beteiligung der Landkreise Hof und Wunsiedel im Fichtelgebirge sowie die Stadt Hof, die als vollwertige Partner an diesem Forschungsprojekt mitarbeiten. Eine wesentliche Voraussetzung für das Gelingen dieses Projektes ist die Unterstützung durch die Bevölkerung der Region.

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