Digitales Dorf: Mobiler Dorfladen

Mit Digitalisierung ländliche Räume attraktiver machen

Foto zum Projekt Digitales Dorf; Landschaft im Dorf von Drachselsried im bayerischen Wald nahe Bodenmais, Bayern, Deutschland
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Die zunehmende Verstädterung in Verbindung mit dem demographischen Wandel hat massive Auswirkungen auf den ländlichen Raum: Öffentliche und private Dienstleistungen sowie technische und soziale Infrastruktur fallen nach und nach weg, da sie sich einfach nicht mehr lohnen. Bei dem Projekt »Digitales Dorf«, das durch die Bayerische Staatsregierung unterstützt und vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie koordiniert wird, geht es daher konsequenterweise um die Frage, wie mit Hilfe von neuen Informations- und Kommunikationstechnologien die Versorgung ländlicher Räume so optimiert werden kann, dass sich die Lebensqualität und damit die Attraktivität dieser Räume steigert.

Das Projekt fördert die Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums

Das Projekt »Digitales Dorf« will die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um den Herausforderungen auf dem Land zu begegnen. Dies bestätigt auch die frühere bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner: »Die Versorgung ländlicher Räume kann durch digitale Angebote in vielerlei Hinsicht erheblich verbessert werden. Das betrifft den Handel, die medizinische Versorgung, aber auch Mobilitätslösungen. In der Konsequenz erhöht sich dadurch die Attraktivität der Gemeinden sowie die Lebensqualität der Einwohner«, so die Ministerin.
Das Fraunhofer IIS und seine Arbeitsgruppe SCS ist eines der weltweit führenden Institute für Anwendungsforschung im Bereich Mikroelektronik und IT-Systeme. Die Digitalisierung mit ihren Potenzialen u.a. zur Lösung zentraler Herausforderungen in ländlichen Räumen stellt einen der Forschungsschwerpunkte des Instituts dar. Im Rahmen des Projektes »Digitales Dorf« profitieren die Gemeinden von der langjährigen Vorerfahrung in den Bereichen Digitalisierung sowie auch der ländlichen Versorgung.
 

Gewonnen hat…


Die Fraunhofer-Arbeitsgruppe SCS begleitet seit Anfang Juli 2016 das Projekt »Digitales Dorf«. In einem zweistufigen Wettbewerb wurden zwei Modelldörfer in Bayern – je eines in Nord- und Südbayern – ausgewählt, deren Konzept nun umgesetzt wird.

Als Sieger in Nordbayern wurde die Steinwald Allianz gekürt, im Mittelpunkt des Projektes steht die Vernetzung der örtlichen Anbieter regionaler Produkte mit der Bevölkerung. Daran angeschlossen ist unter dem Titel »mobiler Dorfladen« ein lokales Belieferungskonzept, welches das Ziel hat, neben der Verbesserung der Nahversorgung auch Arbeitsplätze zu erhalten oder gar zu schaffen. Perspektivisch besitzt die Projektidee eine hohe Anschlussfähigkeit und kann durch weitere Dienstleistungen, z. B. aus dem Gesundheitssektor oder im Bereich haushaltsnahe Dienstleistungen, ergänzt werden.

 

Aktive Umsetzung der Projektziele


Die einzelnen Fachbereiche bei Fraunhofer begannen nach der Bekanntgabe mit der Arbeit an den immerhin zehn Arbeitspaketen der Steinwald Allianz. Dabei stellt Allianz-Manager des nordbayerischen »digitalen Dorfs«, Martin Schmid schnell fest: "Das Fraunhofer-Team geht hoch professionell, motiviert und engagiert an die Umsetzung des Projekts heran. Bemerkenswert ist die Vielzahl der beteiligten wissenschaftlichen Bereiche, deren Arbeit dann zu einem großen Ganzen zusammengesetzt wird. Wir haben bisher das Gefühl, als »ländlicher Raum in Randlage« auf Augenhöhe mit der Wissenschaft zu kooperieren."

 

Weiterentwicklung des mobilen Dorfladens

 

Seit August 2018 erreicht der »mobile Dorfladen« 33 Ortschaften der Steinwald-Allianz. Neben dem Geschäftsbetrieb betreibt die Steinwald Dorfladen GmbH kontinuierlich die Verbesserung der inhaltlichen Ausrichtung des Betriebs und die Instandhaltung des Verkaufsfahrzeugs.


Seit Anfang 2019 steht die technische Infrastruktur des Webshops zur Verfügung, um die Produkte der Steinwald Dorfladen GmbH auch online zu beziehen. Die Weiterentwicklung des mobilen Dorfladens umfasst die technische Weiterentwicklung des Verkaufsfahrzeugs und die datenbasierte Optimierung des digitalen Marktplatzes. Darüber hinaus sollen zum bestehenden Lebensmittelangebot über regionale Kooperationen weitere Services an den mobilen Dorfladen angebunden werden.  

 

 

Unsere Projektpartner

  • Technischen Hochschule Deggendorf (THD)
  • des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE

Radiointerview - Der mobile Dorfladen

Annemarie Wojtech vom Fraunhofer SCS spricht im Radiointerview mit SNA Radio über den neuen mobilen Dorfladen.

Erfahren Sie hier mehr zum Interview rund um den mobilen Dorfladen

 

Ab Mitte August soll der Mobile Dorladen über die Straßen des Steinwalds rollen.
Schlüsselübergabe für das neue MAN-Fahrzeug. Auf dem Bild (von links) Geschäftsführer Martin Schmid, Bürgermeister Hans Donko, der bayerische Staatsminister Franz Josef Pschierer, MAN-Regionalleiter Martin Zaindl und Professor Dr. Alexander Pflaum.
Der bayerische Staatsminister Franz Josef Pschierer (zweiter von rechts) mit Steinwald-Allianz Geschäftsführer Martin Schmid, Professor Dr. Alexander Pflaum vom Fraunhofer Institut SCS, Steinwald-Allianz-Vorsitzender Hans Donko und MAN-Regionalleiter Martin Zaindl.

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Die Community »Digitales Dorf«

Im Rahmen des Projektes »Digitales Dorf« wurde eine Community ins Leben gerufen, welchen allen interessierten Gemeindevertretern und Bürgern offen steht. Hier werden im Rahmen eines digitalen Atlas »Best Practices« ausgetauscht sowie im Rahmen von Vorträgen über »Lessons Learned« aus den Modelldörfern berichtet. Daneben hält Sie unser Newsletter sowie unsere Facebookseiteauf dem Laufenden.

Weitere Informationen unter: dd-die-community

 

Digitales Dorf: Wohnen und Bildung für Ältere

Für ältere Generationen stellen digitale Angebote eine Herausforderung dar, denn sie sind nicht geübt im Umgang mit dem Computer oder dem Internet. Daher sind geeignete Weiterbildungsmaßnahmen besonders wichtig, die den älteren Menschen die Angst vor digitalen Angeboten nehmen, wie sie in diesem Projekt erarbeitet wird, auch angenommen wird.

 

Digitale Seelsorge

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