Sicherheit in der Luftfracht

Der Luftfrachtverkehr nimmt im globalen Handel einen hohen Stellenwert ein. Größtenteils werden dazu Passagierflugzeuge genutzt, daher spielt die Sicherheit in diesem Zusammenhang eine besonders große Rolle. Das Konzept der sicheren Lieferkette birgt allerdings Herausforderungen was die Prozesse und Technologien betrifft.

Echtzeittransparenz in der Luftfracht

Steigerung der zivilen und prozessualen Sicherheit in der Luftfracht

 

Die durchgängige Statusüberwachung von Waren bzw. Ladungsträgern ist wesentliche Voraussetzung für die Gewährleistung eines »sicheren« Transports vom Versender bis zum Empfänger. Entlang von weltweiten Luftfracht-Logistikketten besteht das Risiko, dass die eingesetzten Unit Load Devices (ULDs) manipuliert werden. Gefahrenstoffe oder unautorisierte Öffnungen verletzen die Integrität der Sendung. Bislang sind keine durchgängigen technischen Lösungen zur Steigerung der zivilen und prozessualen Sicherheit im Einsatz. Ziel in dem Forschungsvorhaben »CairGoLution« ist die Realisierung eines Kontrollsystems, das Integritätsverletzungen von ULDs erkennt und im Bedarfsfall an eine Zentrale meldet.

Die wesentliche Herausforderung bei der Umsetzung des Projektziels ist, dass im Gegensatz zu Lösungen im Straßen-, Schienen- und Schiffsverkehr eingesetzte Technologien nicht durchgängig aktiv Daten übertragen dürfen. Im Hauptlauf der Logistikkette befindet sich der ULD in der Regel im Cargo Bereich des Flugzeugs. In dieser Phase müssen eingesetzte Technologien zur Statusüberwachung passiv sein. Folglich ist eine zuverlässige Lösung zur rechtzeitigen automatischen An- und Abschaltung des Sendebetriebs von Funktechnologien zu realisieren. Das vom Konsortium entwickelte Konzept CairGoLution dient der durchgängigen Überwachung von ULDs, mit dem Ziel, bis Ende 2015 einen flugfähigen und von Operatoren zugelassenen Demonstrator zu entwickeln. Aktuell werden die notwendigen Soft- und Hardwarekomponenten technisch umgesetzt.

CairGoLution identifiziert Integritätsverletzungen

Das System erkennt mittels Sensoren zuverlässig unautorisierte Zugriffe auf den ULD und erzeugt in Echtzeit eine Alarmmeldung für die Verantwortlichen der Sendung und zuständige Behörden. Zudem wird an einer röntgenbasierten Methode geforscht, die durch intelligente Algorithmen Inhaltssignaturen der ULDs vergleicht. Durch den automatisierten Signaturenvergleich soll eindeutig festgestellt werden, ob der Inhalt des ULDs während des Transports manipuliert wurde. Festgestellte Integritätsverletzungen lösen ebenfalls eine Alarmmeldung aus. Dieses Zusammenspiel der Soft- und Hardwarekomponenten wird als eine Dienstleistung für Logistik- und Expressdienstleister sowie Airlines integriert.

Erste globale Praxistests mit Datenloggern an ULDs haben ergeben, dass präzise Bewegungsmuster bei Start- und Landevorgängen detektiert werden können. Dadurch kann in Kombination mit weiteren Sensordaten sicher erkannt werden, ob sich der ULD im Flugzeug befindet. Zusätzlich erhobene globale Bewegungsdaten ermöglichen, neben dem Gewinn an Sicherheit, wirtschaftliche Potenziale beim Einsatz von ULDs zu nutzen.