Digital Circular Economy for Batteries (DIGIBATT360)

Digitale Batteriepässe intelligent nutzen

© Getty Images / da-kuk

Kreislaufwirtschaft braucht Daten über den gesamten Lebenszyklus

Kreislaufwirtschaft setzt voraus, dass alle relevanten Informationen eines Produkts aus Entwicklung, Produktion, Nutzung und Weiterverwendung unternehmensübergreifend verfügbar sind. Nur, wenn diese Daten in einem Digital Product Information System zusammengeführt und ausgewertet werden können, lassen sich Zustandsbewertung, Second-Life-Potenziale oder geeignete R-Strategien fundiert beurteilen und wirtschaftlich umsetzen. Digitale Produktpässe (DPP) wie der Batteriepass schaffen die Grundlage dafür. Damit die DPP in der Kreislaufwirtschaft ihren Nutzen aber entfalten können, müssen sie in der Regel um zusätzliche Datenquellen, Analysefunktionen und technologische Komponenten erweitert werden.

Den Digitalen Batteriepass für Circular Economy erweitern – automatisiert und leichtgewichtig

Genau hier setzt DIGIBATT360 an: Das Projekt entwickelt eine datengetriebene Lösung für die Kreislaufwirtschaft von Batterien für Light Means of Transport (LMT) und industrielle Anwendungen auf Basis des Digitalen Batteriepasses (DBP). Der DBP wird durch einen föderierten Datenraum für zusätzliche, beispielsweise mithilfe der Integration von Sensoren erhobene Daten aus Produktion, Lebenszyklus und End-of-Life-Begutachtung sowie um KI-gestützte Analysen erweitert – automatisiert und leichtgewichtig. So steigt die unternehmensübergreifende Datenverfügbarkeit, ohne neue Komplexität aufzubauen. Auf dieser Basis lassen sich beispielsweise Restlebensdauer, Verschleiß und Second-Life-Potenziale valide bewerten und R-Strategien besser auswählen – der Digitale Batteriepass entfaltet seinen vollen ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen.

Was Fraunhofer IIS im Projekt entwickelt

Im Projekt werden u.a. Daten aus Modulfertigung, Qualitätssicherung, Betrieb, BMS, Lieferkette, Sensorik und Rückwarenanalyse zusammengeführt. Der Beitrag von Fraunhofer IIS umfasst:

  • Entwicklung eines föderierten Datenraums für souveräne Datennutzung
  • Integration verteilter Daten auf Basis von Semantic Web-Technologien
  • Verbindung des Datenraums mit Datenanalyse und KI-Verfahren
  • Entwicklung von KI-Algorithmen für automatisierte Entscheidungsunterstützung.

Die Umsetzung ist bewusst leichtgewichtig angelegt und darauf ausgerichtet, sich mit geringem Overhead in bestehende Unternehmensprozesse einzufügen, auch bei KMU.

An welchen Anwendungen wir forschen:

  • DBP-Infrastruktur und ergänzender Datenraum: Aufbau und Integration
  • Datenerhebung und Qualitätssicherung: Sensorik, Traceability, Rückwarenanalyse
  • KI-gestützte Analyse: State-of-Health, Remaining-Useful-Life-Prognose und automatisiertes R-Grading
  • Second-Life-Umsetzung: Governance, Datenübergabe, KMU-Integration

FAQ – Ihre Fragen, unsere Antworten

  • DIGIBATT360 erhöht die Datenverfügbarkeit im Digitalen Batteriepass (DBP) und in angrenzenden Systemen. Dafür ergänzt das Projekt den DBP leichtgewichtig um einen föderierten Datenraum, in den zusätzliche Datenquellen eingebunden werden, was die Grundlage für automatisierte, KI-gestützte Analysen und die Auswahl passenden R-Strategien schafft.

  • Ja. Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, eine leichtgewichtige Lösung zu entwickeln, die auch für weniger digitalisierte Unternehmen praktikabel ist. DIGIBATT360 zeigt, wie sich Digitale Produktpässe, Datenräume und KI so verbinden lassen, dass der Einstieg in datenbasierte Lebenszyklusprozesse mit überschaubarem Aufwand möglich wird – ohne hohe zusätzliche Komplexität oder aufwendige Systemarchitekturen vorauszusetzen.

  • Der Ansatz ist besonders relevant für Hersteller mit verteilten Daten über Entwicklung, Produktion und Nutzung, für Systemintegratoren mit bestehenden IT- und Prozesslandschaften, für Betreiber von Heim-, Gewerbe- und Netzspeichern mit Interesse an datenbasierten Zustandsbewertungen und Second-Life-Szenarien sowie für Recycler und weitere Akteure der Circular Economy, die belastbare Daten für Folgeentscheidungen benötigen. Grundsätzlich ist DIGIBATT360 für alle Branchen interessant, die Digitale Produktpässe operativ und strategisch über das vorgeschriebene Maß nutzen wollen.

  • Nein. Batterien sind der konkrete Anwendungsfall des Projekts. Die im Projekt gezeigten Kompetenzen in Digitalen Produktpässen, föderierten Datenräumen, semantischer Datenintegration und KI-gestützter Analyse sind auch für andere Branchen relevant, in denen Produktdaten über den gesamten Lebenszyklus hinweg, beispielsweise für digitale Services, besser genutzt werden sollen.

  • VRI GmbH verantwortet Modulfertigung und Qualitätssicherung. VARTA Storage liefert Betriebs-, Feld- und BMS-Daten und übernimmt die Konsortialführung. NeuroControls bringt kognitive Sensorik und Rückwarenanalyse ein. Circulor ergänzt Traceability-Daten aus der Lieferkette. Fraunhofer IIS entwickelt den föderierten Datenraum sowie Verfahren für Datenanalyse und KI-Modellierung.

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