Mola – Motivationssteigerung im Lager

Motivierte Arbeiter bringen mehr Leistung. Wie aber lassen sich logistische Fach- und Hilfskräfte motivieren, wenn finanzielle Anreizsysteme zur Motivationssteigerung nicht einsetzbar sind? Welche nicht-monetären motivierenden Maßnahmen eignen sich für den Bereich der gewerblichen Mitarbeiter im Lager?

Motivationssteigerung für logistische Fach- und Hilfskräfte im Lager

Leistungsfähige und flexible logistische Prozesse leben von motivierten Mitarbeitern. Um die Motivation zu steigern, werden insbesondere finanzielle Anreizsysteme eingesetzt. Diese sind jedoch gerade im Niedriglohnbereich ein nicht wirklich großer Stellhebel. Insbesondere Logistikern fehlt es deshalb an Alternativen, beispielsweise einem Methodenkasten, der hilft, nicht-monetäre motivierende Maßnahmen im Bereich gewerblicher Mitarbeiter im Lager zu etablieren.

 

Mehr Effizienz, Qualität und Innovation durch motivierte Mitarbeiter

Ziel des Forschungsprojekts ist es, die Motivation der Mitarbeiter in logistischen Prozessen im Lager zu steigern und auf diese Weise auch die Effizienz und Qualität von Lagerprozessen sowie die Innovationskraft insbesondere kleiner und mittelständischer Logistikdienstleister und Großhändler zu erhöhen.

Motivationsmethoden jenseits der finanziellen Anreize

Zur Steigerung der Motivation und Leistung werden verschiedene nicht-finanzielle, intrinsische Methoden identifiziert, zugänglich beschrieben und bewertet. Dabei werden sowohl Leistungsindikatoren durch vergleichende Messungen in einem Benchmarking-Ansatz als auch subjektive Einschätzungen von Motivation und Gesundheit erhoben und gegenübergestellt. Im Ergebnis entstehen ein für operative Führungskräfte im Lager aufbereiteter Katalog verschiedener Motivationsmethoden und ein Entwurf einer Online-Plattform, die einen leichten Zugang zu den Erkenntnissen des Projekts ermöglicht.

Fraunhofer SCS übernimmt im Projekt die Leistungsbewertung der Lagerprozesse im Vergleich zu einer mehr als 160 Lager umfassenden Benchmarking-Datenbank sowie die Analyse der Wirkung von Motivation und eingesetzten Methoden auf die Lagerleistung.

Forschungsstellen und Rahmenbedingungen

Das IGF-Vorhaben MoLa 19022 N der Forschungsvereinigung Bundesvereinigung Logistik e.V. - BVL wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Die Projektlaufzeit von MoLa beträgt 24 Monate: von Februar 2016 bis Januar 2018.

Projektpartner

Projektpartner sind die Hochschule Augsburg, der Lehrstuhl für Psychologie im Arbeitsleben der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg sowie die Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services. Der Projektbegleitende Ausschuss unterstützt das Vorhaben von Seiten der Praxis – beteiligt sind Logistikdienstleister und Großhändler: Spedition Benedikt Biehle GmbH & Co.KG; hagebau süd Logistik GmbH; Max Müller Spedition GmbH; Spedition Nuber GmbH; Konrad Kleiner GmbH & Co. KG; PIEL Die Technische Großhandlung GmbH.

 

Von der Forschung in die Praxis

Die öffentliche Abschlussveranstaltung des Forschungsprojekts MoLa am 6. Februar 2018 stieß mit rund 70 Gästen auf großes Interesse.

Andreas Tasch, Prokurist und Gesamtlogistikleiter beim Fachgroßhändler Getränke Ziegler GmbH, Ottensoos, sagt dazu:

»Die Veranstaltung hat vieles bestätigt, was wir in unserem Alltag erleben. Was gut ist, denn jetzt kann man endlich fundiert auf etwas verweisen und muss sich nicht ausschließlich auf sein Bauchgefühl verlassen. Vor allem wissen wir nun aber auch, dass es vielen Unternehmen so geht, nicht nur uns. Was uns aktuell umtreibt, sind Themen, wie der strukturelle Wandel und der Generationenwechsel. Aber auch die in der Studie belegte geringe Arbeitslosenquote, also der Fachkräftemangel, ist eine große Herausforderung für uns. Im Prinzip kann sich der Mitarbeiter aussuchen, wo er arbeiten gehen will. Umso wichtiger ist es deshalb durch entsprechende Infrastruktur und Angebote die Leute zu halten, sie mit guter Führung zu motivieren. Wir bieten schon viele soziale Leistungen und diskutieren auch über neue Ideen, aber den Haupthebel sehen wir tatsächlich bei den Führungskräften. Mein Highlight heute waren deshalb auch die konkreten Handlungsempfehlungen für operative Führungskräfte, die als eines der Ergebnisse in einem Katalog zusammengefasst sind.«

 

Die Vorträge der Veranstaltung zum Download

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