LogiPICs – Logistische Prozesse in Bildsprache

Bilder sagen mehr als Worte – Entwicklung einer Bildsprache für die Logistik

Foto zum Projekt LogiPICs; Betriebswarnzeichen des Gabelstaplers auf altem Steinwandhintergrund
© gabrielcassari - Fotolia.com

Die Logistikbranche wächst rasant und sucht händeringend nach neuen Mitarbeitern. Unter dem Arbeitskräftemangel leiden besonders kleine und mittlere Unternehmen. Ungelernte Arbeitskräfte wären für gewisse Tätigkeiten durchaus geeignet, allerdings erweisen sich hierbei zumeist die sprachlichen Barrieren als Problem. Eine Bildsprache, die elementare Lagerarbeiten in der Logistikbranche leicht nachvollziehbar und interkulturell verständlich macht, könnte Abhilfe schaffen. Somit wären eine leichtere Einarbeitung der Mitarbeiter und deren schnellerer Eintritt in die Arbeitswelt gewährleistet. Aus diesem Grund setzt sich das Forschungsprojekt »LogiPICs – Logistische Prozesse in Bildsprache« die Entwicklung einer modular kombinierbaren und interkulturell verständlichen Bildsprache für die Logistikbranche zum Ziel.

Visualisierung logistischer Abläufe

Das Forschungsprojekt  »LogiPICs – Logistische Prozesse in Bildsprache«  beschäftigt sich mit der Entwicklung einer Bildsprache für die Logistikbranche. Aufgrund sprachlicher und/oder schulischer Barrieren ist eine intensive Einarbeitung neuer Arbeitskräfte für Logistikunternehmen bisher oft sehr zeitintensiv und aufwändig.

Das gemeinsame Ziel der beteiligten Forschungs- und Projektpartner ist es daher, eine universelle Bildsprache zu entwickeln, die die Arbeitsschritte verständlich vermittelt. Eine modular kombinierbare Visualisierung der logistischen Abläufe sorgt dabei dafür, dass sich die Bildsprache in weiten Teilen der Branche und für verschiedene logistische Prozesse nutzen lässt und neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in kürzester Zeit fehlerfrei und präzise angelernt werden können. So werden Qualität und Effizienz der betrieblichen Abläufe verbessert und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gesteigert. Zudem trägt die Bildsprache zur Integration von Geflüchteten bei und hilft ungelernten Arbeitssuchenden.

Von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Logistikbranche getestet

Zunächst untersuchte die Forschungsgruppe der Hochschule Augsburg die wesentlichen Arbeitsprozesse in der Lagerarbeit und interpretierte diese bildlich. Die zentrale Aufgabe der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services (SCS) war die Evaluation der erstellten Bildsprache. Hierzu wurden die ersten Entwürfe zunächst im offenen Innovationslabor JOSEPHS® präsentiert, um sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und um herauszufinden, wie die Bilder leicht und interkulturell verständlich gestaltet werden können.

Die aus diesen Prozessen gewonnenen Erkenntnisse flossen daraufhin in die Weiterentwicklung der Bildsprache ein. Diese wurde im Anschluss von verschiedenen Gruppen – Logistikmitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie fachfremde Personen mit Migrationshintergrund -  – getestet. Die Ergebnisse aus dieser zweiten Testrunde fließen wiederum in die Weiterentwicklung der Bildsprache ein und sorgen so für eine kontinuierliche Optimierung.

Was sind die Vorteile für Logistikunternehmen?

»LogiPICs« erlaubt eine schnelle und kostengünstige Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – vor allem fachfremder Personen mit geringen Deutschkenntnissen. Dies kann besonders für kleine und mittlere Unternehmen Vorteile bringen, da sie oftmals nicht über die monetären und zeitlichen Mittel verfügen, diese Personengruppe einzuarbeiten.

Unsere Projektpartner

  • Hochschule Augsburg - Forschungsgruppe für optimierte Wertschöpfung HSAOps (Prof. Dr. Michael Krupp, Projektleitung)
  • Hochschule Augsburg - Professur Informationsdesign (Prof. Michael Stoll)

In Kooperation mit:

  • Andreas Schmid Logistik AG
  • bfz Nürnberg gGmbH
  • Geis Industrie-Service GmbH
  • Gruber Logistik GmbH
  • Jäger & Jäger, Künzler GmbH & Co. KG
  • Logistik-Cluster Schwaben (LCS) e.V.
  • Social-Bee gGmbH
  • trilogIQa
  • Wäschekrone GmbH & Co. KG

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