Pick-by-Tag – Neues visuelles Kommissionierverfahren auf Basis passiver RFID-Tags

Mehr Flexibilität und weniger Kosten in der visuellen Kommissionierunterstützung

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In manuellen Kommissioniersystemen werden zur Unterstützung der Kommissionierer und zur Steigerung der Leistung oftmals Pick-by-Light-Systeme eingesetzt. Durch die visuelle Anzeige des Entnahmefachs und der Entnahmemenge kann eine hohe Kommissionierleistung bei geringen Fehlerraten erreicht werden. Der Schwachpunkt solcher Systeme sind die hohen Kosten und die niedrige Flexibilität aufgrund der leitungsgebundenen Montage an jedem Lagerfach. Das Projekt Pick-by-Tag hat die Entwicklung eines neuen Kommissioniersystems zum Ziel, das auf Fachanzeigen ohne eigene Energieversorgung basiert, die über RFID-Tags aktiviert werden.

Optimierung des Pick-by-Light-Standards in der manuellen Kommissionierung

In der manuellen Kommissionierung ist Pick-by-Light (PbL) ein weit verbreitetes System. Die grundlegenden Elemente sind LEDs zur visuellen Unterstützung der Kommissionierer beim Auffinden des Entnahmefachs, ein Display zur Anzeige der Entnahmemenge und ein Taster zur Bestätigung der Entnahme bzw. für Korrekturen. PbL-Systeme lassen sich generell in leitungsgebundene und drahtlose Systeme unterscheiden.

Die leitungsgebundene Variante, die deutlich häufiger zum Einsatz kommt, wird über Kabel oder Drähte mit einer zentralen Steuerung verbunden. Dem Vorteil einer dauerhaften Stromversorgung stehen allerdings negative Aspekte, wie z. B. ein hoher Installationsaufwand, eine geringe Flexibilität hinsichtlich Anbringung und Lagerumstrukturierungen und hohe Investitionen gegenüber.

Die drahtlosen PbL-Systeme, die derzeit existieren, werden zentral über Funk gesteuert. Die Funkübertragung erhöht zwar die Flexibilität und vereinfacht die Anbringung, jedoch steigt der Wartungsaufwand durch den Batteriebetrieb deutlich. Üblicherweise ist in diesem Fall ein Wechsel der Batterien alle drei bis zwölf Monate erforderlich. Deshalb werden drahtlose PbL-Anzeigen bisher selten und hauptsächlich in kleineren Lagern eingesetzt.

Pick-by-Tag – drahtlos und dennoch wartungsfreundlich

Ziel des Forschungsprojektes ist die Entwicklung eines Pick-by-Light-Kommissioniersystems auf Basis passiver RFID-Tags, die keine eigenständige Stromzufuhr benötigen.

So sollen die Vorteile des Pick-by-Light Verfahrens genutzt und dessen Nachteile vermieden werden. Das Pick-by-Tag-System ist derart zu gestalten, dass die Fachanzeigen an beliebigen Stellen platziert werden können. Durch die drahtlose Funktionsweise sollen die Kosten bzgl. Anschaffung, Installation und Wartung zudem deutlich gesenkt werden. Die Fachanzeigen, die auf passiven RFID-Tags basieren, werden mithilfe eines drahtlosen Signals von einem RFID-Lesegerät aktiviert. Auf einem Display können dem Kommissionierer dabei Zusatzinformationen wie die Entnahmemenge angezeigt werden. Wie in folgender Abbildung dargestellt, kann dafür z. B. ein mobiles Datenterminal (MDT) (1) oder eine Installation auf einem Kommissionierwagen (4) verwendet werden. Diese senden ein RFID-Signal (2) aus, das alle auftragsrelevanten Fachanzeigen (3) aktiviert.

Darstellung des Pick-by-Tag-Systems in einer Grafik

Der Praxistest

Durch die Besetzung des projektbegleitenden Ausschusses mit Produktionsunternehmen und Lösungsanbietern soll eine anwendungsorientierte Entwicklung sichergestellt werden. Ergänzend hierzu werden Experteninterviews durchgeführt, um insbesondere die spezifischen Anforderungen der KMUs zu berücksichtigen. Als Ergebnis werden abgeleitete Anforderungen an das neue System um weitere Anforderungen aus Normen und Richtlinien ergänzt und einem Anforderungskatalog zusammengefasst. Das zu entwickelnde Lösungskonzept umfasst Standardkomponenten auf RFID-Basis und wird in einem Feldtests bei den industriellen Anwendungspartnern innerhalb des Kommissionier Prozess evaluiert werden. Hierbei fließen nicht nur objektiv messbare Kriterien wie z. B. die Fehlerquote in die Bewertung mit ein, sondern auch subjektive Kriterien wie die Akzeptanz des Systems durch den Mitarbeiter.  

Unsere Projektpartner

  • TU München – Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik
  • Fraunhofer IIS – Arbeitsgruppe für Supply Chain Services
  • Fraunhofer IIS – Lokalisierung & Vernetzung

Projektbegleitender Ausschuss:

  • CIM gmbH
  • Elabo GmbH
  • FIS GmbH
  • KBS Industrieelektronik GmbH
  • Siemens AG

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