Smarte Dienstleistungsfabrik

Wie kann der Mittelstand die Digitalisierung mitgestalten?

Foto zum Projekt SmartDiF; Business men mit futuristischem Tablet, Smartphone und Laptop
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Im Zuge der Digitalisierung werden die physischen Prozesse in Unternehmen zunehmend in die digitale Welt integriert. »Data Clouds« sammeln und bündeln diese Daten und eröffnen neue Zugänge, darüber hinaus bieten neue Smart Data-Ansätze die Möglichkeit, Daten zu analysieren und zu visualisieren. Allerdings bleibt die Nutzung der Daten und deren Umsetzung in konkrete Lösungen derzeit noch hinter den Möglichkeiten zurück. Vor allem mittelständische Unternehmen und Startups fehlen die Mittel und Ressourcen um die Potenziale der Digitalisierung in optimalem Maße zu nutzen. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Forschungsprojekt »Smarte Dienstleistungsfabrik (SmartDiF)« das Ziel, kleine und mittelständische Unternehmen dazu zu befähigen, die Möglichkeiten der Digitalisierung für die Entwicklung und den Betrieb von Dienstleistungen zu nutzen und damit die Innovationskraft des deutschen Mittelstands zu stärken.

Idealbild zukünftiger Dienstleistungsentwicklung

In Zeiten wachsender Globalisierung und immer individuellerer Kundenbedarfe verändern sich die Anforderungen an Unternehmen auf vielschichtige Art und Weise. So ist es zunehmend notwendig, wechselnde Ressourcen schnell und flexibel so zu einem System zu verknüpfen, dass für die Kunden in einer ganz bestimmten Situation die größte Wertschöpfung ermöglicht wird. Die offene Zusammenarbeit verteilter Akteure in der Wertschöpfungskette wirkt dabei als Katalysator für solche Service-Systeme. Für die Entwicklung kundenorientierter Services bedeutet dies, dass Unternehmen immer genauere Informationen über die Bedürfnisse der Kunden und ihrer Umgebung benötigen und in der Lage sein müssen aus diesen Informationen schnell und flexibel Serviceangebote bereitzustellen.
 

Chancen und Hindernisse großer Datenmengen


Die zunehmende Verfügbarkeit interner und externer Daten birgt enormes Potenzial für die Dienstleistungen der Zukunft. Mit ihrer Hilfe können Prognosen über zukünftige Bedarfe der Kunden getroffen werden, beispielsweise wenn Muster in den Nutzungsdaten einer Maschine darauf hindeuten, dass ein baldiger Ausfall bevorsteht oder Wetterdaten darauf hindeuten, dass eine Lieferung verzögert sein könnte. Die Entwicklung von Dienstleistungen auf Basis solcher Daten – sogenanntes faktenbasiertes Service Engineering – scheitert derzeit jedoch noch an einer einfachen, sicheren und handhabbaren Methodik und Werkzeugunterstützung, die für eine breite Masse an mittelständischen Unternehmen und Startups nutzbar ist. Somit ist eine systematische und faktenbasierte Innovationsunterstützung, die unterschiedliche Akteure einbezieht und damit sowohl Geschwindigkeit als auch Qualität der Dienstleistungsentwicklung über Unternehmensgrenzen hinweg verbessert, bislang nicht möglich.

Wie der Mittelstand die digitale Revolution mitgestalten kann

Diese Lücke adressiert das Forschungsprojekt »SmartDiF« ausgehend von existierenden »Data Clouds« als prototypischer Entwicklungsumgebung. Die »Smarte Dienstleistungsfabrik« soll die beteiligten Akteure, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen befähigen, gemeinschaftlich smarte Dienstleistungen zu entwickeln, einzuführen und zu betreiben. Dazu wurde bereits eine Methodik für das faktenbasierte Service Engineering entwickelt, die sich aktuell in der Erprobung befindet. Diese Methodik besteht aus einer Kombination von physischen und digitalen Hilfsmitteln, die der Entwicklung von Dienstleistungsinnovationen dienen. So stellt für KMU die notwendige Unterstützung für ein anwendungsgerechtes Vorgehen zur Gestaltung von Dienstleistungsangeboten auf Basis vorhandener und neuer Datenressourcen bereit. Darüber hinaus werden Logik und Mechanismen sowie Herausforderungen und Grenzen der Übertragung der Methodik des faktenbasierten Service Engineering auf andere Felder datenintensiver Dienstleistungsinnovation aufgezeigt. Die Entwicklung der Methodik erfolgt im Rahmen des Projekts in den Anwendungsfeldern »industrielle Produktion« und »Logistik«.

 

Unsere Projektpartner

 

Die Verbundpartner im Rahmen von »SmartDiF« sind die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Siemens Aktiengesellschaft und die Schaeffler Technologies AG & Co. KG.

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