Virtuelle Kollaborationsräume für sicherheitskritische Branchen
In kritischen Infrastrukturen (KRITIS), zum Beispiel in der Energieversorgung, im Verkehr oder der Gesundheit, können neue Technologien, Arbeitsprozesse oder sicherheitskritische Situationen kaum im laufenden Betrieb getestet werden. Anlagen dürfen nicht unterbrochen werden, viele Prozesse unterliegen strengen regulatorischen Vorgaben, und Fachteams arbeiten häufig standort- oder länderübergreifend zusammen.
Virtuelle Innovationsräume bieten hier eine sichere, gemeinsame Arbeitsumgebung, in der Szenarien, Designs und Entscheidungen realitätsnah untersucht werden können – ohne Eingriff in bestehende Systeme. Sie ermöglichen Teams unabhängig von Zeit und vom Standort der Beteiligten zusammenzuarbeiten, Konzepte zu bewerten und Technologien zu simulieren. Voraussetzung dafür ist eine Gestaltung, die technisch sicher, regelkonform und vertrauenswürdig ist.
Immersive Zusammenarbeit und nachvollziehbare KI-Unterstützung: XR und Mensch-KI-Interaktion in KRITIS-Anwendungen
Im Forschungsprojekt VILinKRITIS entstehen immersive, virtuelle Kollaborationsräume, die speziell auf die Anforderungen sicherheitskritischer Branchen ausgelegt sind. Ziel ist, neue Technologien, Innovationen und Arbeitsprozesse ortsunabhängig, frühzeitig und risikofrei zu erproben – unterstützt durch eine verständliche, transparente und vertrauenswürdige Mensch-KI-Interaktion.
Die Grundlage der virtuellen Innovationsräume bilden XR-Technologien und KI. Die Gestaltung richtet sich dabei konsequent an menschlichen Bedürfnissen und fachlichen Anforderungen aus: verständliche Interaktionen und menschzentrierte KI-Tools zur Unterstützung (XAI) – unser Forschungsfokus.
Vorgehen und Forschungskompetenz
Das Projekt folgt einem interdisziplinären und menschenzentrierten Ansatz. Gemeinsam mit den Projektpartnern HIMA Paul Hildebrandt GmbH, Mesalogic GmbH und ISF München werden die spezifischen Anforderungen der KRITIS-Branche erhoben und in passgenaue Lösungen überführt.
Als Fraunhofer IIS untersuchen wir dabei, wie virtuelle Kollaborationsräume gestaltet werden müssen, um Innovationsprozesse standortunabhängig zu ermöglichen. Berücksichtigt werden physiologische, psychologische und organisatorische Faktoren sowie die Interaktion zwischen Mensch und KI. Themen wie Transparenz, Nachvollziehbarkeit, regulatorische Vorgaben (z. B. EU AI Act) und die Integration ethischer Prinzipien fließen systematisch in die Plattformentwicklung ein, um die Akzeptanz und Nutzerfreundlichkeit zu maximieren. Auf dieser Basis entsteht ein praxistaugliches Virtual Innovation Lab, das technische, organisatorische und menschliche Anforderungen zusammenführt.
| Unsere Kompetenzen im Detail |
|---|
|
|
|