Forschungsprojekt LogiPICs – Logistische Prozesse in Bildsprache

Die Logistikbranche wächst rasant und sucht händeringend nach neuen Mitarbeitern. Unter dem Arbeitskräftemangel leiden vor allem kleine und mittlere Unternehmen. Ungelernte Arbeitskräfte wären für diese Tätigkeiten geeignet, allerdings erweist sich hier meist die Sprache als Hindernis. Eine Bildsprache, die elementare Lagerarbeiten in der Logistikbranche leicht nachvollziehbar und interkulturell verständlich macht, könnte Abhilfe schaffen und den Mitarbeitern die Einarbeitung und somit den Einstieg in die Arbeitswelt ermöglichen.

Bilder sagen mehr als Worte – auf neuen Wegen gegen den Arbeitskräftemangel in der Logistikbranche

Das Forschungsprojektes »LogiPICs – Logistische Prozesse in Bildsprache» beschäftigt sich mit der Entwicklung einer geeigneten Bildsprache für die Logistikbranche. Denn bisher war eine Einarbeitung wegen sprachlicher oder schulischer Barrieren oft sehr zeitintensiv und aufwändig. »LogiPICs« erlaubt nun eine schnelle und kostengünstige Einarbeitung neuer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Dies kann besonders für kleine und mittlere Unternehmen Vorteile bringen, da sie oftmals nicht über die monetären und zeitlichen Mittel verfügen neue Beschäftigte einzuarbeiten.

Das Projekt wird zusammen mit der Forschungsgruppe für optimierte Wertschöpfung HSAOps (Prof. Dr. Michael Krupp, Projektleitung) und der Professur Informationsdesign (Prof. Michael Stoll) der Hochschule Augsburg realisiert. Unterstützt wird »LogiPICs« zudem durch die enge Kooperation mit Logistikunternehmen.

Das gemeinsame Ziel ist es, eine universelle Bildsprache zu entwickeln, die Arbeitsschritte verständlich vermittelt. So wird eine modular kombinierbare Visualisierung der logistischen Abläufe erstellt, die sich in weiten Teilen der Branche nutzen lässt. Indem die Bildsprache dazu beiträgt, neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in kürzester Zeit fehlerfrei und präzise anzulernen, sorgt sie nicht nur für eine bessere Qualität und Effizienz der betrieblichen Abläufe und für die Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, sondern hilft auch ungelernten Arbeitssuchenden und trägt zur Integration von Flüchtlingen und Migranten bei.

Dazu werden zunächst die wesentlichen Arbeitsprozesse in der Lagerarbeit durch die Forschergruppe der Hochschule Augsburg identifiziert und daraufhin in Bildern umgesetzt. Die zentrale Aufgabe der Fraunhofer-Arbeitsgruppe SCS ist dabei die Evaluation der erstellten Bildsprache. Diese wird von verschiedenen Gruppen – Logistikmitarbeitern und –mitarbeiterinnen und fachfremden Personen – getestet. Zudem wird die erstellte Bildsprache im offenen Innovationslabor JOSEPHS® präsentiert, um sie einem größeren Publikum zugänglich zu machen und herauszufinden, ob die Bilder leicht  und interkulturell verständlich sind. Die aus diesen Prozessen gewonnenen Kenntnisse fließen daraufhin wieder in die Weiterentwicklung der Bildsprache ein und sorgen dafür, dass diese während des Forschungszeitraums kontinuierlich optimiert wird.