Multimodaler Transport für palettierte Ware

Straße und Schiene intelligent verbinden#

Foto zum Projekt PalletFlow; Güterzug
© oplantz - Fotolia.com

Die Verkehrs- und Umweltbelastungen durch den Straßenverkehr nehmen stetig zu. Dies verursacht nicht nur hohe Kosten für die Allgemeinheit, auch für Unternehmen stellen die verkehrsbedingten Lieferverzögerungen zunehmend ein Problem dar. Vor dem Hintergrund steigender Kosten durch Energie und Maut sind nicht mehr nur die Umweltverbände bestrebt, Güter verstärkt auf die Schiene zu verlagern – auch Politik und Wirtschaft suchen nach neuen Möglichkeiten Straße und Schiene wirksam zu kombinieren. Das Forschungsprojekt »PalletFlow« adressierte diese Problemstellung, indem ein Marksegment für die Schiene erschlossen werden sollte.

Eine neue Lösung für einen wachsenden Markt #

Wettbewerbsfähige multimodale Lösungen benötigen vor allem Flexibilität in Abholung und Zustellung sowie einen kosteneffizienten Umschlagsprozess zwischen Straße und Schiene. »PalletFlow« fokussierte deshalb den in den letzten Jahren kontinuierlich steigenden Anteil palettierter Ware im Komplett- und Teilladungsverkehr. Palettierte Ware lässt sich mit Gabelstaplern effizient horizontal umschlagen, Portalkräne werden nicht benötigt. Damit können Bahnhöfe mit geringem Investitionsaufwand zu »PalletFlow«-Umschlagsknoten umgerüstet werden und so zusätzliche, großflächige Gebiete für den multimodalen Verkehr erschlossen werden. Kurze Regionaltouren per LKW ermöglichen kombinierte Abhol- und Zustellfahrten mit hoher Auslastung, während im Hauptlauf möglichst Shuttlezüge im direkten Ganzzugverkehr zwischen den Umschlagsknoten pendeln.

Die Zuverlässigkeit und Effizienz des Systems wird durch den Einsatz moderner IuK-Technologien sowie einer Servicezentrale zur Steuerung und Überwachung des gesamten Transportprozesses gewährleistet.

Leistungsmerkmale von »PalletFlow«#

Das Forschungsprojekt »PalletFlow« wurde im Mai 2011 erfolgreich abgeschlossen. Als Ergebnisse konnte folgende Leistungsmerkmale festgehalten werden.

Makroökonomisch:

  • Entlastung des Straßennetzes
  • Ausbau des Modal Split-Anteils der Schiene
  • Reduzierung von CO2-Emissionen
  • Erschließung zusätzlicher Gebiete für den multimodalen Verkehr
  • stärkere Vernetzung der Verkehrsträger auf nationaler und europäischer Ebene

Mikroökonomisch:

  • zuverlässige Abholung und Anlieferung der Ware im vorgegebenen Zeitfenster
  • transparente, konkurrenzfähige Preise
  • sicherer Transport  
  • Verbesserung der betrieblichen Klimabilanz
  • Tracking & Tracing der Ware mit modernster Technik
  • proaktiver Benachrichtigungsdienst
  • ein zentraler Ansprechpartner für die gesamte Transportkette
  • kein Gleisanschluss nötig
  • flexible, individuelle Lösung sowie logistische Mehrwertdienste (Lagerung, JIT-Anlieferung, etc.)

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